Rosmarin

Rosmarinus officinalis

 

Volkstümliche Namen: Antonkraut, Brautkraut, Kranzenkraut, Meertau, Rosmarein, Rosmarie, Weihrauchkraut
Fam.: Lippenblütler
Anwendung in der Heilkunde: bei Herz und Kreislaufschwächen, bei Schwächezuständen, zur Appetitanregung, bei Verdauungsstörungen, Schmerzlinderung, Nervenstärkung, bei chronischen Hautausschlägen sowie Leiden der Bewegungsorgane.


Rosmarin ist in den warmen Mittelmeergebieten heimisch. In Deutschland wird Rosmarin als Gewürzpflanze kultiviert. Nur in den Wärmegebieten Deutschlands verwildert der Rosmarin, da er nicht völlig winterhart ist. Er ist empfindlich gegen strengen Frost. Rosmarin findet sich an sonnigen, geschützten Standorten. Bevorzugt besiedelt er warme, leichte, kalkhaltige Böden mit vielen Humusanteilen. Typischerweise sieht man ihn auf Trockenrasen oder in Felsenrasenbereichen. Rosmarin ist eine stark duftende, ausdauernde, dichte Strauchpflanze und erreicht eine Wuchshöhe von 0,8 – 2 Meter. Die oft verzweigten, wollig behaarten Stängel verholzen schnell. Die festen, immergrünen Blätter sind schmal lanzettlich, ganzrandig. Sie sind stiellos, direkt am vierkantigen Stängel sitzend. Der Blattrand ist nach unten eingerollt (s. Foto). Die Stängel und Blattunterseite sind mit weißen Haaren dicht besetzt. Die Blätter sind ca. 3 cm lang und 4 mm breit. Sie sind runzelig und weisen eine starke Mittelfurche auf. Die hellblauen, gestielten Blüten stehen in 5 – 10 Blüten umfassenden rispenartigen Blütenständen. Sie erscheinen in den Blattachseln der immergrünen Blätter im mittleren und oberen Pflanzenbereich. Der zweilippige Kelch ist glockenförmig. Die Oberlippe ist ganzrandig mit 3 kurzen Zähnen. Zwei lange Staubblätter ragen aus der Blüte hervor. Die zweilippige Blütenkrone ist 10 – 12 mm lang. Die Blätter riechen streng aromatisch bis campherartig. Sie schmecken stark würzig bis scharf.

Rosmarin als Gewürzpflanze
Als Gewürz wird Rosmarin sehr weit verbreitet in Form der frischen Blätter (Nadeln) oder Blattspitzen genutzt. Besonders zu Fleisch und Geflügel passt Rosmarin sehr gut.
Frische oder getrocknete Rosmarinblätter sind ein hervorragendes Gewürz, dass insbesondere in der italienischen, französischen und spanischen Küche, häufig gemischt mit anderen Kräutern, verwendet wird. Es dient in kleinen Mengen zum Würzen von Suppen, Soßen, Salaten, Gemüsen, gekochten Kartoffeln, Teigwaren, Fischgerichten (mariniert), Fleischspeisen (Lamm, Hammel, Schwein), Wildbret und Wurstwaren. Hervorragend zum aromatisieren von Kurzgebratenem, dabei gibt der Rosmarin einen kampferartigen, würzigen Duft sowie einen herben, etwas scharfen, bitter-aromatischen Geschmack an das Fleisch ab.
Rosmarin ist als Gewürz wegen der starken ätherischen Öle vorsichtig zu dosieren!

Rosmarin als Arzneipflanze
Eingesetzt werden die Blätter und das gewonnene Öl. Rosmarin ist reich an ätherischen Ölen, dieses wird äußerlich (zur Durchblutungsförderung) angewandt für Einreibungen und Bäder bei rheumatischen Beschwerden und Nervenschmerzen. Die innerliche Anwendung ist besonders bei Verdauungsstörungen (krampflösend), Blähungen, Erschöpfungszuständen und Kreislaufbeschwerden angezeigt. In der Volksmedizin wird Rosmarin bei Ekzemen und schlecht heilenden Wunden in Form von Umschlägen eingesetzt. Grundlage dazu sind die antiseptischen Eigenschaften der ätherischen Öle des Rosmarins.
Rosmarinwein oder Rosmarintee werden empfohlen bei chronischen Schwächezuständen, Rheuma, Gicht, Oberbauchkoliken, zur Kreislaufanregung, zur Stärkung und Ausgleichung des Nervensystems, bei niedrigem Blutdruck,  bei Völlegefühl,  Blähungen und krampf- artigen Magen-, Darm- und Gallestörungen.
Rosmarinwein soll potenzsteigernd wirken.

 

Rezepte

Rosmarinwein
20 g kurz gewaschene und gut getrocknete Rosmarinblätter in eine 0,7 l  Weißweinflasche geben, gut verschlossen an einen sonnigen Ort stellen und  einmal täglich kräftig schütteln. 
Nach 4-7 Tagen den Wein durch ein  Leintuch  abpressen und in eine Flasche abseihen. 
Kühl aufbewahrt hält er sich etwa einen Monat. 
Mit Rosmarinwein kann man eine stärkende Rosmarin-Kur durchführen. Ein bis drei kleine Schnapsgläser dieses Weins  beleben nach einem arbeitsreichen Tag die Lebensgeister, halten den Kreislauf in Schwung und stärken die Liebeskräfte.


Rosmarinlikör

700 ml. Cognac und 2 schöne, ca. 15 cm lange Rosmarinzweige in eine helle 1 l - Flasche geben. Gut verschlossen 3 Wochen an der Sonne stehen lassen. Täglich gut durchschütteln.
Dann 8 El. Zucker und 6 El. Wasser kochen bis der Zucker ganz aufgelöst ist. Abgekühlt dem Cognac beifügen. Kühl und dunkel lagern.
Nach weiteren 4 Wochen kann man den Rosmarin-Likör trinken.

 

Rosmaringeist
40g frische Rosmarinblätter (keine Stängel), 1l Wodka
Das Kraut mit dem Wodka in einer Flasche ansetzten.
4 Wochen lang an einem warmen, sonnigen Platz ziehen lassen, täglich schütteln.
2 Wochen ruhen lassen, ohne zu schütteln. Filtrieren, abfüllen und beschriften.
2x täglich 30ml, bei rheumatische Beschwerden, Gicht und Nervenschmerzen.