Tausendgüldenkraut

Erythraea centaurium

Volkstümliche Namen:Aderntee, Allerweltsheil, Apothekerblum, Erdgalle, Fieberkraut, Gartenheide, , Tausendkraft, Tollhundskraut
Fam.: Enziangewächse
Anwendung in der Heilkunde: Fördert die Verdauungstätigkeit und regt die Bildung der Verdauungssäfte an. Gegen Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Stärkung des Immunsystems,
gegen Nervenschwäche.


Das Tausendgüldenkraut ist eine ein- bis zweijährige Pflanze und gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae), die sich dadurch auszeichnet, dass alle Mitglieder viele Bitterstoffe enthalten.
Die sehr hübsche, aber eher unscheinbare Pflanze wird 10 bis 30 cm hoch und hat einen sehr aufrechten, vierkantigen Stängel, der sich erst oben beim Blütenstand verzweigt. Die kleinen Blätter sind länglich oval, mit fünf parallel laufenden Blattnerven, und sitzen gegenständig am Stängel, am Boden bilden sie eine Rosette. Der Blütenstand ist eine Trugdolde. Die trichterförmigen Blüten (sie sehen aus wie kleine Enzianblüten) haben fünf, manchmal auch vier Blütenblätter und sind rosarot. Sie öffnen sich erst bei 20 o C und duften ganz zart aromatisch. Die Pflanze blüht von Juni bis August. Die Staubbeutel drehen sich nach dem Verblühen spiralig zusammen. Die Wurzel ist zart und hellgelb. Das gesamte Tausendgüldenkraut schmeckt stark und anhaltend bitter.
Es wächst zerstreut auf Wiesen, Waldlichtungen und Trockenhängen (z.B. am Inndamm), liebt kalkreiche, lehmige und warme Böden, passt sich aber auch an andere Standortverhältnisse an. Es kommt bis in Höhen von 1400 m in ganz Europa vor, im Süden bis Nordafrika, im Osten bis zum Kaukasus und dem Iran.
Das Tausendgüldenkraut gehört zu den streng geschützten Pflanzen und darf deshalb nicht gepflückt werden.
Tausendgüldenkraut als Arzneimittel
Das Tausendgüldenkraut wirkt in erster Linie gärungshemmend, es regt die Tätigkeit der Magen-, Darm- und Speicheldrüsen an und stimmt die ganze Magen- und Darmtätigkeit gründlich um. Vor allem fördert es den Stuhlgang, beseitigt Verstopfung und leitet Magengase und Stauungen ab. Es stellt also in Magen und Darm wieder die natürliche Ordnung her und bewirkt, dass die Verdauung richtig funktioniert, wirkt aber auch auf Leber und Galle. Es beseitigt auch hier mangelnde Tätigkeit, heilt Leberstörungen, Gallenkoliken, Gelbsucht usw. Aus dieser regelnden, reinigenden und stärkenden Heilwirkung folgen auch eine Vermehrung des Blutes bei Blutarmut sowie die Normalisierung eines gestörten Kreislaufs. Nicht zuletzt verschwinden auch körperliche und seelische Müdigkeit und Erschöpfung, die ja oft auf Krankheitserscheinungen in Magen und Darm zurückgehen.
Volksheilkunde:
Bei hartnäckiger Verstopfung und Leberleiden bereitet man ein Klistier aus gleichen Teilen Tausendgüldenkraut, Löwenzahn und Quecke.
Bei Magenschwäche, Magendrücken oder Magenkatarrh bereitet man eine Teemischung aus Tausendgüldenkraut, Enzianwurzel, Kalmus und Kamille.
Magenbitter, die Tausendgüldenkraut enthalten, und Tausendgüldenkrautwein  werden bei vielerlei Magen- und Verdauungsproblemen empfohlen.
Tausendgüldenkraut ist auch ein Frauenheilmittel und beseitigt Regelstörungen.

Rezept

Tausendgüldenkrauttinktur

Für die Tinktur füllt man ein Schraubdeckelglas mit frischen oder getrockneten Kräuterstücken.
Darüber gießt man Doppelkorn oder 70%igen Alkohol aus der Apotheke, bis die Kräuterteile vollständig bedeckt sind. Diesen Ansatz lässt man zwei bis sechs Wochen ziehen, dann seiht man die Flüssigkeit ab und füllt sie in eine dunkle Flasche.
Kühl aufbewahrt hält sich solch eine Tinktur mindestens ein Jahr.
Davon nimmt man 10 bis 20 Tropfen in etwas Wasser vor den Mahlzeiten ein.