Heilschnäpse

 

Von jeher kennt der Mensch die heilende Wirkung
von Alkohol ebenso wie die Wirkung von Kräutern.
Warum nicht zwei heilende Elemente vereinen?

 

Jeder Kräuterschnaps oder Likör ist in Maßen getrunken, ein echter Heilschnaps. Seine Wirkung beruht darauf, dass durch die angewandte Methode der Mazeration oder des Kaltauszuges, die medizinisch wertvollen Bestandteile aus den Kräutern ausgelaugt wurden und somit in den Alkohol übergegangen sind. Hier entfalten sie ihre positive Wirkung. Der Reichtum der Natur kommt uns als Heilkraft in alkoholisierter Form zugute und dem Gesunden schafft er Freude und Entspannung wenn beim Genuss Maß gehalten wird.

 

 

 

Basilikumschnaps

24 frische Basilikumblätter und die Schale einer nicht behandelten Zitrone (ganz dünn, nur das Gelbe, abschälen) mit 1 Liter Doppelkorn in einem großen Einmachglas ansetzen und 3 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen. Nicht der direkten Sonnenbestrahlung aussetzen. Er würde sonst seine schöne grüne Farbe verlieren. Weitere 2 Wochen im Keller ruhen lassen und dann filtrieren.
Hat eine herrlich grüne Farbe und ist als Digestif sehr bekömmlich.
(Der Digestif: alkoholisches Getränk nach dem Essen zur Verdauungsförderung.)
Wem dass zu hart ist, kann nach eigenem Ermessen mit Zucker süßen. Vorzuziehen ist hierbei ungebleichter Rohzucker oder Kandis.
Anwendung:
Zu den Hauptmahlzeiten täglich 20ml  bis 30ml.
Wirkung:
bei Appetitlosigkeit und Verdauungsproblemen

 

Johanniskrautschnaps

Ein Glas mit frischgesammelten Blütenköpfen zu ca. 3/4 füllen. Die Kräuter mit Doppelkorn (Wodka Gorbatschow mit schwarzem Etikett, er hat 50,0 % Vol., wäre noch besser) begießen, bis sie vollständig bedeckt sind. Das Glas muss nun gut verschlossen werden. Ich warte damit allerdings etwa 10 Minuten, da erfahrungsgemäß noch ziemlich viele Luftbläschen aus den Kräutern aufsteigen. Das Glas wird nun an einen warmen Ort gestellt. Die optimale Umgebungstemperatur liegt bei etwa 20°C und sollte höchstens 30°C betragen. Der Kräuteransatz muss nun 3 Wochen an diesem Ort stehen bleiben. Das Glas öfters schütteln. Länger sollte und muss man die Kräuter nicht stehen lassen, da nun weitgehend alle Wirkstoffe gelöst sind. Nach der "Reifezeit" wird die Tinktur, welche nun ihre Farbe gewechselt hat, gefiltert. Das geht am besten durch einen Kaffee- oder Teefilter. Die Pflanzenreste müssen gut ausgedrückt werden. In Flaschen füllen.
Vor Gebrauch möglichst längere Zeit lagern lassen.
Anwendung:
2x täglich 30ml.
Wirkung:
Stärkung der Nieren und Blase, gegen Bettnässen, beruhigend.

 

Lavendelgeist (Migränegeist)
30 g Lavendelblüten, 20 g Weidenrinde, 10 g Fieberkleeblätter, 1 l Wodka
Zubereitung:
Blüten, Rinde und Blätter in eine Flasche geben - mit dem Wodka auffüllen. Zehn Tage lang

ziehen lassen und täglich schütteln. Filtern.
Anwendung:
Nach einer Kur von täglich einen kleinen Schnapsglas 0,02 cl ca. 4 Wochen lang, soll der Geist stabilisierend wirken, dann auch bei chronischen Schmerzen helfen und die Migränebereitschaft senken.

 

Liebstöckelgeist
In eine Flasche Doppelkorn wird ein 20-25 cm langer Liebstöckelzweig mit dem weichen Ende voran, gesteckt. Die verschlossene Flasche kommt für 2 Tage an einen warmen Platz. Nach diesen 2 Tagen wird der Liebstöckelzweig wieder aus der Flasche gezogen. Filtrieren ist nur notwendig, wenn Pflanzenteile in dem Alkoholauszug verblieben sind. Der Ansatz muss eine schöne grüne Färbung aufweisen. Nach dem Verkosten je nach Geschmack evtl. mit Kandiszucker süßen.
Wirkung:
Hustenlösend, appetitanregend, harntreibend.

 

Melissengeist
1 l Doppelkorn (besser 50%iger Wodka), 20g Melisse, ein Stück getrocknete und zerriebene Angelikawurzel, ein Stück Zitronenschale, etwas gemahlene Muskatnuss, etwas gestoßenen Koriander, Zimt und Nelkengewürz, gibt man in ein Gefäß und lässt das Ganze 2 Wochen ziehen. Dann filter man durch ei feines Tuch und füllt in Flaschen ab. Beschriftung nicht vergessen.
Man kann dieses aromatische, stark alkoholische Getränk im Tee zu sich nehmen, auf einem Stück Würfelzucker oder auch mit ein wenig Wasser verdünnt.
Bei Kopfschmerzen mit unverdünntem Melissengeist Schläfen und Nacken einreiben.

 

Rosmaringeist
40g frische Rosmarinblätter (keine Stängel), 1l Wodka
Das Kraut mit dem Wodka in einer Flasche ansetzten.
4 Wochen lang an einem warmen, sonnigen Platz ziehen lassen, täglich schütteln.
2 Wochen ruhen lassen, ohne zu schütteln. Filtrieren, abfüllen und beschriften.
2x täglich 30ml, bei rheumatische Beschwerden, Gicht und Nervenschmerzen.


Thymiangeist

Dazu wird der wilde Feldthymian verwendet. Eine Handvoll frische, voll erblühte Blütenköpfchen werden mit etwas Zitronenschale in 1l Korn angesetzt. Das Ansatzgefäß wird gut verschlossen, für 3 Wochen an einen warmen, hellen Ort gestellt. Nach dieser Zeit wird filtriert und verkostet. Jetzt kann noch mit Kandiszucker, in Wasser oder Weißwein aufgelöst, nachgesüßt werden. Nach dem Abfüllen sollte der Geist noch für einige Wochen im Keller lagern!


Wermutschnaps
(ein altes Klosterrezept)
25 g Wermut
5 g Enzian
5 g Kalmus
0,2 l Korn oder Cognac
1 Flasche Rotwein
Kräuter in der Flüssigkeit 3 Wochen ziehen lassen, abseihen.
Täglich vor jeder Mahlzeit ein halbes Likörglas trinken, evtl. mit Honig süßen.
Hilft bei Magenbeschwerden (falsche Essgewohnheiten, Magendrücken, Völlegefühl).