Tinkturen

Carminativum
Ein Karminativum ist eine Kräutertinktur, die aus blähungswidrigen Kräutern besteht und die Blähungen lindern kann. Man kann die Tinktur bei akuten Blähungen stündlich einnehmen und vorbeugend vor schweren Mahlzeiten. Sie schmeckt würzig nach Anis und Fenchel und leicht süß. Pro Einnahme etwa 50 Tropfen. Für Kinder ab dem Schulalter sollte man nur etwa 20 Tropfen verwenden und die Tinktur in einen Kräutertee, beispielsweise Fencheltee tropfen. Für kleinere Kinder sollte man die Tinktur nicht verwenden, aufgrund des Alkohol-Gehaltes.
Zutaten
5 gr Fenchel
3 gr Anis
3 gr Kümmel
3 gr Angelikawurzel
3 gr Liebstöckelwurzel
2 gr Pfefferminzblätter
1 gr Kamillenblüten
120 ml Doppelkorn 40% Vol.
Anleitung
Wieg die Kräuter ab und zerkleinere sie, am besten in einem Mörser. Füll die Kräuter in ein Glas.
Das Glas sollte maximal knapp halb voll sein, damit noch Platz für die Flüssigkeit ist und die Kräuter quellen können. Gieß den Doppelkorn über die Kräuter.
Verschließ das Glas und lass es an einem warmen Ort zwei bis sechs Wochen ziehen. Nach der Wartezeit wird die Tinktur abgefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt. Zur eigenen Sicherheit wird die Flasche mit Datum und Inhalt beschriftet.

 

 

 

Johanniskraut Rotöl

Frische Johanniskrautstiele mit Blüten und Blättern
Öl (kalt gepresstes Öl ist wirksamer als anderes), je nach Vorliebe kann dafür verschiedenes Öl verwendet werden, z. B.
                        Sonnenblumen Öl
                        Mandel-Öl
                        Raps- Öl
                        Oliven Öl
Blüten, Stiele und Blätter in ein Schraubglas Glas stopfen (nicht pressen), mit Öl der Wahl auffüllen und verschließen. 2 Wochen in die pralle Sonne stellen, je sonniger, umso besser. Das Öl nimmt langsam die rote Farbe an, es sollte nach den 2 Wochen Sonne eine leuchtend tiefrote Farbe angenommen haben. Wenn das nicht der Fall ist, einfach weiter der Sonne aussetzen. Abfiltern und danach das Öl von den wässrigen Rückständen trennen, indem vorsichtig bis auf den wässrigen Rest umgefüllt wird.
Gieße es in eine dunkle Flasche. Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum   (Wichtig! Man vergisst es doch immer wieder, wenn kein Etikett drauf ist).
Johanniskraut Rotöl kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.
Innerlich wird es zur nervlichen Stärkung und Entspannung eingenommen. Für diesen Zweck wird wie folgt dosiert:
                       
täglich einen Teelöffel des Rotöl
                       
direkt vor dem Essen einer warmen Mahlzeit oder
                       
direkt vor Genuss eines warmen Getränkes
Tipp: Die innerliche Anwendung des Johanniskraut Rotöl kann und sollte sogar über längere Zeit erfolgen.

Äußerlich hilft Rotöl besonders bei entzündlichen Prozessen wie Ischias, Rheuma oder Hexenschuss. Für diesen Zweck wird wie folgt verfahren:

Das Rotöl auf etwa 40°C erwärmen.
Die schmerzenden Körperbereiche mit soviel Rotöl einmassieren, wie die Haut Öl aufnimmt.
Alternativ: Auflegen einer Kompresse mit erwärmten Rotöl.
Johanniskraut  macht lichtempfindlich.
Zu deutsch: man riskiert einen deftigen Sonnenbrand, wenn man nicht etwas vorsichtiger als sonst mit sich umgeht.
Also besser die pralle Sonne (und Solarien) meiden, wenn das Johanniskraut innerlich oder äußerlich angewendet wird.
Das gilt besonders, wenn man eine sehr helle Haut hat.


Tausendgüldenkrauttinktur

Für die Tinktur füllt man ein Schraubdeckelglas mit frischen oder getrockneten Kräuterstücken.
Darüber gießt man Doppelkorn oder 70%igen Alkohol aus der Apotheke, bis die Kräuterteile vollständig bedeckt sind. Diesen Ansatz lässt man zwei bis sechs Wochen ziehen, dann seiht man die Flüssigkeit ab und füllt sie in eine dunkle Flasche.
Kühl aufbewahrt hält sich solch eine Tinktur mindestens ein Jahr.
Davon nimmt man 10 bis 20 Tropfen in etwas Wasser vor den Mahlzeiten ein.

 

 

 

 

Wermuttinktur
5g frischer Gartenwermut (ganzes Kraut oder getrocknet)
1l Wodka
Das Kraut an der Sonne gründlich trocknen, in kleine Stücke brechen und mit dem Wodka in einem Gefäß ansetzten. 3 – 6 Wochen an einen nicht zu warmen Ort stellen, täglich schütteln. Filtrieren und in Flaschen füllen.
Sehr lange ruhen lassen. Je länger der Wermutgeist lagert, umso besser wird er geschmacklich (bis zu 3 Jahre).
Anmerkung:
Zweimal täglich 20ml bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen.
Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Bei übermäßigem Genuss kann es zu Halluzinationen und zu Gehirnschäden kommen.