Das Schaf

 

 

Das Hausschaf (Ovis orientalis aries)

Domestizierte Form des Mufflons. Es spielt in der Geschichte der Menschheit eine Rolle als Milch-, Fleisch- und Wollelieferant. Schafe - und vor allem die jungen Lämmchen sind sehr friedliche Tiere. Seit vielen tausend Jahren liefern sie dem Menschen Wolle, Milch und Fleisch.

Multitalent Schaf
Schafe sind äußerst vielseitige Nutztiere: Neben Fleisch und Milch liefern sie Wolle, Felle, Fett und Leder. Aus den Därmen werden Saiten hergestellt. Eine wichtige Rolle spielen die blökenden "Rasenmäher" heute außerdem in der Landschafts- und Deichpflege.
Schon im Mittelalter begann man mit der systematischen Schafzucht, um die Woll-, Fleisch- und Milchproduktion bei den Nachkommen zu steigern. Heute gibt es weltweit über 200 verschiedene Rassen, in Deutschland werden rund 15 Rassen gehalten. Das Ostfriesische Milchschaf etwa wird wegen seiner Leistungsfähigkeit geschätzt, es liefert jährlich mindestens 600 Liter Milch, aber auch der Fleischanteil sowie Menge und Qualität der Wolle sind beachtlich.

Fast ein Urtier ist die Graue Gehörnte Heidschnucke, sie wird seit Jahrhunderten ohne Einkreuzung gehalten. Ursprünglich ist die anspruchslose Rasse in der Lüneburger Heide zu Hause und wegen ihres schmackhaften Fleisches äußerst beliebt. Zu den heute gefährdeten Rassen zählt das Rauwollige Pommersche Landschaf, es ist äußerst widerstandsfähig und eignet sich daher hervorragend für die Landschaftspflege.

Aussehen

Schafe sind Säugetiere und gehören wie Ziegen, Rinder und Antilopen zur Familie der Hornträger.
Europäische Wildschafe (die auch Mufflons genannt werden) messen von der Nasen- bis zur Schwanzspitze etwa 110 bis 130 Zentimeter, werden 65 bis 80 Zentimeter groß und wiegen 25 bis 55 Kilogramm. Von ihnen stammen auch die bei uns gehaltenen Schafe ab.
Die Männchen heißen Widder und sind sehr viel größer und stärker als die weiblichen Schafe. Kastrierte, also unfruchtbar gemachte Männchen, nennt man Hammel. Sie sind sehr viel friedlicher als Widder und setzen mehr Fleisch an. Die jungen Schafe im Alter bis zu einem Jahr werden Lämmer genannt.

Viele Schafe tragen Hörner: Bei den Wildschafen sind sie entweder schneckenförmig gekrümmt, lang und spiralig gewunden oder kurz und nur leicht gebogen. Sie werden 50 bis 190 Zentimeter lang. Die Hörner der Weibchen sind kleiner und manche Hausschafe tragen, je nach Rasse, oft gar keine Hörner.

Ein typisches Kennzeichen der Schafe ist ihr Fell, das zu Wolle verarbeitet wird. Es kann weiß, grau, braun, schwarz oder auch gemustert sein und besteht aus der dichten, gekräuselten Unterwolle und den darüber liegenden dickeren Haaren. Je feiner und gekräuselter die Wolle ist, umso wertvoller ist sie. Die Wolle der Schafe fühlt sich richtig fettig an. Das kommt vom Lanolin, einem Fett, das von den Hautdrüsen produziert wird. Es schützt die Wolle vor Nässe. Selbst beim stärksten Regen bleibt die Unterwolle der Schafe schön warm und trocken.

Heimat

Das Europäische Wildschaf kam früher von Ungarn bis Süddeutschland und im ganzen Mittelmeer-Gebiet vor. Heute gibt es nur noch ein paar wenige hundert Tiere auf den Inseln Korsika und Sardinien. Die gezüchteten Hausschafe leben fast überall auf der Welt, weil sie von den Europäern auf alle anderen Kontinente mitgenommen wurden. Die meisten Schafe leben heute in Australien, Argentinien und Südwest-Afrika. In Europa ziehen dagegen nur noch wenige Schafherden über die Weiden, weil sich die Schafhaltung bei uns kaum noch lohnt.

Lebensraum

Ob Steppen, Heideflächen oder Hochebenen - Schafe sind fast überall zu finden und kommen in fast jedem Lebensraum zurecht, weil sie beim Fressen nicht sehr wählerisch sind. Je nach Rasse sind sie an die verschiedenen Klima-Zonen der Erde gut angepasst. Sogar in tropischen Ländern gibt es Schafe.